Eine Frages des Alters: Wieviel Internet verträgt mein Kind?

13.09.2010 | Keine Kommentare | Gepostet in Medienkompetenz

Die Jugendlichen heute sind die erste Generation für die das Internet eine Selbstverständlichkeit ist und für die ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellbar und vielleicht auch nicht möglich sein wird.

Die Selbstverständlichkeit darf jedoch nicht in einer Gleichgültigkeit und einer unreflektierten Nutzung des Internet münden. Denn noch sind nicht alle Fragen hinsichtlich Datenschutz, Jugendschutz und Urheberrecht gelöst. Eine allzu sorglose Nutzung von Diensten oder Herausgabe von privaten Daten und Informationen kann irgendwann nachträglich zu Konsequenzen führen.

Doch wobei brauchen die Kinder und Jugendliche Unterstützung. Was tun unsere Kinder online? Wie nutzen Kinder das Internet? Was Kinder im Internet machen, ist von Altersgruppe zur Altersgruppe verschieden.

Die ersten Schritte: Wo ist die Maus?

Die ersten Schritte ins Internet unternehmen Kinder sobald sie mit der Maus umgehen können. Das ist häufig bereits im Vorschulalter der Fall. Für diese Kinder ist das Internet gleichbedeutend mit dem Computer. Da die Kinder nicht lesen können, spielen sie. Sie mögen Mal- und Ausmalangebote in Form von Malvorlagen, die man ausdrucken kann, sowie Memorys, Puzzles, Lern- und Gedächtnisspiele. Die Auswahl der Seiten und Spiele nehmen die Eltern vor.

Sobald Kinder lesen können, differenzieren sie auch zwischen PC-Spielen und Online-Games. Spielen bleibt nach wie vor die Hauptbeschäftigung. Kinder in diesem Alter lernen Programme zu bedienen und verstehen langsam die Funktionsweise und das Arbeitsprinzip von Computer und Webseiten. Gegen Ende der Grundschulzeit kommen leichte Rechercheaufgaben hinzu. Das Internet wird zum spielen und informieren genutzt, Plattformen wie Suchmaschinen und Wikipedia sind bekannt und werden genutzt.

Von älteren Geschwistern abspicken

Gleichzeitig beginnt auch das Interesse an Musik, Kino, Stars und Sternchen. Das Internet ist ein wichtiges Medium, um darüber informiert zu bleiben. Vor allem von älteren Geschwistern schauen sie sich ab 12 Jahren die Nutzung von Communitys und anderen Dienste zur Kommunikation und Selbstdarstellung ab. Ab 13 Jahren stehen ihnen bereits die Nutzung von Communitys wie Facebook und SchülerVZ frei.

„Kinder und Jugendliche müssen erst ihre eigene Identität kennenlernen und festigen, bevor sie eine virtuelle Identität aufbauen können. Jugendliche erlernen beides parallel, indem sie an Communitys teilnehmen. Dabei bleibt abzuwarten, wie sich dieses Ausprobieren in zwei Parallelwelten auswirken wird .“

Zitat aus Media Perspektiven, 1/2010

Im Alter von 14 Jahren sollten sie genügend Medienkompetenz besitzen um sich selbstständig sicher im Internet bewegen zu können. Hilfe oder gar Kontrolle durch die Eltern wird immer häufiger als Bevormundung empfunden – vor allem, wenn sich die Eltern erst dann in die Art und Weise der Mediennutzung einmischen.

Völlig normal: Ein ganzer Nachmittag in Spielewelten

Wie lange sollten Kinder das Internet nutzen? Die Pädagogin Michaela Münsterer gibt folgende Hinweise:

- Bis 3 Jahre: Gelegentliches Entdecken am Computer für 5-10 Minuten reicht völlig.

- 4-6 Jahre: Spielen und Lernen am Computer bis 30 Minuten täglich.

- 7-11 Jahre: Bei Ausflügen und Spiel können teilweise Stunden vergehen. Es ist daher sinnvoll ein Zeitkonto von rund 8 Stunden über eine Woche zu verteilen. Täglich festgelegte Zeiten sind hier aufgrund der sprunghaften Interessen nicht sinnvoll.

- Ab 12 Jahren: Ganze Nachmittage nacheinander in Spielwelten zu verbringen, ist für Jugendliche in diesem Alter nicht ungewöhnlich. Allerdings müssen Eltern darauf achten, ob sich das Interesse der Kinder nur noch auf Computerspiele und Internet erstreckt.

Kinder und Jugendliche müssen erst ihre eigene Identität kennenlernen
Tags: , ,